Money Mules – Geldwäsche im Nebenjob
Shownotes
In dieser Folge unseres Formats „Cash & Crime“ nehmen euch unsere Hosts Patricia und Bibiane mit in die oft unsichtbare Welt der Geldwäsche rund um betrügerische Krypto‑Trading‑Plattformen. Anhand zweier realitätsnaher Fälle zeigen sie, wie scheinbar harmlose Jobangebote zum Einstieg in ein komplexes Betrugssystem werden können – auch ohne selbst investiert zu haben. Im Mittelpunkt stehen dabei sogenannte Money Mules (Geldesel), die unbewusst oder leichtfertig kriminelle Netzwerke unterstützen. Die Hosts erklären, wie schmal der Grat zwischen Opfer und Täter:in sein kann, welche rechtlichen Konsequenzen drohen und woran man frühzeitig erkennt, dass ein Jobangebot schlicht zu gut klingt, um wahr zu sein.
Mehr zum Thema Geldwäsche sowie weitere spannende Inhalte findet ihr auf unserem Blog: https://redenwiruebergeld.fma.gv.at/geldwaesche/ https://redenwiruebergeld.fma.gv.at/fragen-ueber-fragen/
Auf Instagram erfahrt ihr außerdem mehr über „Money Mules“: https://www.instagram.com/p/DTughiiCoS4/ https://www.instagram.com/p/DT2O8UUDZsL/?img_index=1
Aktuelle Warnungen der FMA findet ihr unter: https://www.fma.gv.at/warnungen/
Unternehmensdatenbank: https://www.fma.gv.at/unternehmensdatenbank-suche/
Transkript anzeigen
00:00:04: Reden wir über Geld, der Podcast der österreichischen Finanzmarktaufsicht.
00:00:09: Heute wieder mit einer Folge Cash and Crime – echte Finanzbedrucksfälle aus erster Hand!
00:00:14: Präsentiert von Patrizia Floweninger und Bibiane Kaufmann.
00:00:22: Herzlich willkommen an unsere Hörerinnen und an Bibiane.
00:00:26: Du hast heute wieder einen aktuellen Ermittlungsfall mitgebracht.
00:00:29: Es geht um Jobangebote für scheinbar einfache Tätigkeiten, die sehr unkomplizierter herkommen aber riesige Probleme verursachen können.
00:00:39: Er haunt erst deshalb so spannend weil es einem sogar ohne ein Investment passieren kann dass man Teil eines Finanz bedrugs wird.
00:00:46: Ich bin wirklich gespannt was die Hörerinnen und Hörersagen haben.
00:00:50: wir hier Täter oder Opfer?
00:00:53: Wie immer erzähle ich den Fall so, dass man nicht auf die Personen schließen kann.
00:00:57: Also keine Sorge wenn man sich bei uns meldet, pläude ich das nächste Woche im Podcast aus!
00:01:02: Unser Fall beginnt mit zwei Personen, die einen Nebenjob suchten völlig unabhängig voneinander.
00:01:08: Der neunzwanzigjährige Kerntner Mario M hat eine Anzeige im Internet gesehen ob man von zu Hause aus arbeiten wolle?
00:01:15: Man könne für Google-Bewertungen Geld bekommen.
00:01:18: Manuel M. hat ihr schon gern und viel Zeit im Internet verbracht, und das fand eine gute Gelegenheit.
00:01:24: Er ist dann auch umgehend über WhatsApp von der Firma kontaktiert worden, die ihm einen Provisionsvertrag per E-Mail geschickt hat.
00:01:31: Die Firma hat gesagt, sie sei eine Marketingagentur – und er bekam jetzt jeden Tag per WhatsApp Unternehmen aufgelistet, die er Bewertungen abgeben konnte.
00:01:41: Für jede Bewertung hat er fünf Euro gekriegt!
00:01:44: Das hat er dann zwei Wochen lang gemacht und hat ihm die Firma geschrieben, dass es eine kleine Änderung gebe.
00:01:50: Er solle die Geldbeträge von den bewerteten Firmen an sie weiterleiten.
00:01:54: Das sei aber gar kein großer Aufwand und er darf sich pro Überweisung auch noch jeweils vier Euro zusätzlich einbehalten.
00:02:02: Mario M fand das zwar umständlich, aber er wollte unbedingt weitermachen.
00:02:06: Heißt der hat Geld auf sein Konto bekommen?
00:02:08: Und das vermeintlich der Firma weitergeleitet, die ihm dafür unterschiedliche Konten nannte.
00:02:14: Einige davon in Deutschland eines in Litauen.
00:02:17: Das lief dann so über vier Wochen und waren insgesamt doch rund zwölftausend Euro.
00:02:22: Merken wir uns mal den Marium?
00:02:24: Unabhängig davon fand Susanne S im Internet eine Jobannose als Backoffice-Assistent einer kleinen Firma mit Sitzin Malter.
00:02:32: Sie sollt vor allem Telefondienste mit deutschen Kunden machen, weil die Firma halt nicht gut Deutsch könne.
00:02:39: Auch Susanne S freute sich das sie von zu Hause aus arbeiten konnte, weil sie noch ein kleines Kind zuhause hatte.
00:02:45: Sie hatte mit ihrem neuen Arbeitgeber nur Kontakt per E-Mail und der wollte auch dann gar keine Telefonate mehr von ihr sondern dass sie ihm bei Banktransaktionen helfe.
00:02:56: Sie sollte laufend Etärium in Geld umtauschen und an ihren Arbeitgebers weiterleiten.
00:03:03: Man erklärte ihr, wie sie sich dafür bei einer Krypto-Plattform registriert und sie durfte sich von jeder Transaktion fünf Prozent einbehalten.
00:03:11: Das war für Susanne S eigentlich recht viel für wenig Aufwand.
00:03:15: Sie sah darin eine glückliche Chance und hat sich halt vorgestellt das Sekretariat der heutzutage auch so was manchmal machen
00:03:21: muss.".
00:03:22: Ja und was haben Susanne Es und Mario M denn jetzt miteinander zu tun?
00:03:26: Auf den ersten Blick sind es ja zwei komplett unterschiedliche Job-Situationen.
00:03:32: Die beiden wurden in Wirklichkeit von einer betrügerischen Trading-Plattform geködert, um ihr bei der Geldwäsche zu helfen.
00:03:39: Sie brauchten im Hintergrund jemanden an denen die Anleger und Anlegarinnen bezahlen konnten – jemand, der das dann umdauscht und über mehrere Ecken an sie weiter leitet.
00:03:49: Natürlich kann da kein Konto bestehen auf dem steht Betruger GmbH!
00:03:52: Sondern die Betrüger brauchten Mario M., Susanne S. Und vielleicht sogar noch weitere, um das Geld aus den Betrug zu waschen und real wieder nutzen zu können, ohne dass die Bank die Herkunft des Geldes sieht.
00:04:05: Das ist ja erstaunlich beniebel organisiert!
00:04:08: Da gibt es offenbar eine ganz klare Rollenverteilung und auch eine Art Prozess der im Hintergrund läuft – genau das macht sowas ja dann so schwer durchschaubar.
00:04:17: Jaauch Betrug ist durchaus viel Arbeit….
00:04:19: Und das gemeine ist.
00:04:21: Mario M und Susanne S sind aufgefallen und bekamen dann selbst Probleme.
00:04:26: Die Banken reagierten sofort und schlossen die Konten von Mario M. und Susanne S. und frohren, dass darauf liegende Geld wegen Geldwäsche Verdachts ein.
00:04:35: Banken müssen nämlich gesetzlich Transaktionen überwachen und viel über ihre Kunden- und ihr normales Zahlungsverhalten wissen.
00:04:42: Diese Zahlungen entsprachen nun überhaupt nicht dem normalen Konto.
00:04:45: Verhalten von SusanneS und MarioM, woraufhin die Bank reagieren musste und eine Geldwäsche-Verdachtsmeldung an die Geldwäsche-Meldestelle im Bundeskriminalamt erstattet hat.
00:04:56: Das ist im Alltag echt ein Desaster, man kommt dann an sein Geld nicht mehr heran und kann vielleicht von einem auf den anderen Tag keine Miete mehr überweisen oder Bargeld abheben.
00:05:07: Wie die beiden bedeutete das auch dass die Polizei sie mehr vorein vernommen hat?
00:05:11: Kein Job, kein Konto stundenlang bei der Polizei!
00:05:14: Die zwei waren wirklich geschockt.
00:05:16: In Deutschland gibt es im Pol, das ist eine bundesweite polizeiliche Information und Fandungsdatenbank.
00:05:23: Und darin sind die Zahlungsempfänger in dem Fall schon aufgeschieden.
00:05:27: Einer davon – übrigens ein Deutscher – war schon insgesamt zwölfmal wegen Betrugs- und Geldwäsche erfasst worden.
00:05:34: Na und wie ist das dann ausgegangen für die beiden?
00:05:37: Also wo steht das Verfahren und was bedeutet das jetzt für Susanne S. und Mario M.?
00:05:42: Das ist jetzt bei der Staatsanwaltschaft und die ermittelt wegen Geldwäscheverdachts- und muss beurteilen, ob die beiden Mittäter und Mittäterinnen sind oder nicht.
00:05:51: Unsere Zuhörer fragen sich bestimmt an dieser Stelle – Und was ist mit den Betrügern?
00:05:55: Passiert denen gar nichts?
00:05:58: Nein!
00:05:58: Aber das ist ein eigenes, ein anderes Strafverfahren und deutlich umfangreicher... Wenn man eine betrügerische Trading-Plattform hat, kann es Jahre dauern bis sich immer mehr und mehr Opfer melden.
00:06:09: Viele Schämen sich verlieren nur kleine Beträge und melden sich gar nicht.
00:06:14: Die strafrechtlichen Ermittlungen sind grenzüberschreitend wirklich knifflig – und gerade weil Personen wie Mario M. und Susanne S. unbewusst mitgeholfen haben, sind sie knipflig!
00:06:25: Sie sind sogenannte Moneymules, sagt man also Geldesel.
00:06:31: Und ohne sie können die Betrüger gar nicht arbeiten, ohne sie hätten vielleicht hunderte Opfer ihr Geld nicht verloren.
00:06:38: Daher ist immer die Frage was hätten die wissen müssen?
00:06:41: wie weit darf man blauäugig sein
00:06:43: und darf man?
00:06:45: Die beiden waren glaubwürdig darin dass sie es nicht gewusst haben und haben dann schlussendlich auch selbst einen Schaden aus ihrer Tätigkeit gehabt.
00:06:52: Wenn Sie gewusst hätten, dass Betrüger auf solchen Wegen Money Mules – also Geldesel anheuern – hätten sie vielleicht mehr über das leicht verdiente Geld nachgedacht.
00:07:02: Ganz wichtig ist, dass kein Unternehmen jemanden für den Umtage von Krypto-Assets oder Geldtransfers über das eigene Konto anheuerend darf.
00:07:12: Das sind Tätigkeiten die eine Konzession der FMA benötigen Und wir bestrafen potenziell Money Mules, also Mario M und Susanne S sogar mit Verwaltungsstrafen wenn sie eine solche Tätigkeit länger oder mit höheren Beträgen ausgeführt haben.
00:07:28: Das heißt so all dem Unheil davor kam dann auch noch wir als FMA und führten einen Ermittlungs- und Verwaltungstrafverfahren.
00:07:36: Man muss so vorsichtig sein dass man sich sowas nicht einhandelt.
00:07:40: Wir raten jeden, wenn ein Jobangebot oder eine Anzeige auffälle klingt indem man zum Beispiel viel Geld für Arbeit von zu Hause bekommen soll.
00:07:48: Oder ein großer Verdienst mit wenig Aufwand versprochen wird.
00:07:52: Wenn die Jobbeschreibung waageklingt und keine Qualifikation verlangt werden muss sich stutzig werden In das ganze Gespräch nur per E-Mail oder WhatsApp stattgefunden hat lasse ich die Finger davon.
00:08:04: Wenn sehr schnell automatisiert klingende Antwort zusagen kommen, lasse ich die Finger davon.
00:08:10: Man kann seinem Unternehmen zwar oft ganz gut recherchieren – man darf aber heutzutage nicht einmal mehr Bewertungen auf irgendwelchen Plattformen glauben!
00:08:18: Auch diese sind mittlerweile gefälscht.
00:08:21: Österreichische Unternehmen müssen ein Impressum auf ihre Website haben und haben eine Firmenbuchnummer.
00:08:27: Aber auch das wird mittlerweile auf der Website!
00:08:30: gefälscht und Fake-Adressen in toll klingenden Wiener Büro Türmen verwendet.
00:08:36: Ja, gibt's alles!
00:08:37: Und ich sage euch jetzt wo man ebenfalls super recherchieren kann nämlich auf der FMA Webseite.
00:08:43: dort findet ihr eben einerseits die aktuellen Warnmeldungen und andererseits die Unternehmensdatenbank.
00:08:50: Erster Punkt den man sich auf jeden Fall ganz genau ansehen sollte hat ein Anbieter eine Lizenz?
00:08:56: Banken, Krypto-Asset-Provider und andere Finanzdienstleister die sich an Kundinnen in Österreich richten müssen in der FMA Unternehmensdatenbank aufscheinen.
00:09:06: Zweiter Punkt gibt es bereits eine Warnmeldung?
00:09:10: schaut nach ob die FMA bereits vor dem Anbieter gewarnt hat.
00:09:14: auch die internationale Organisation IOSCO sammelt Warnmeldungen von Aufsichtsbehörden weltweit und auch diese sind auf unserer Webseite verlinkt.
00:09:25: Lasst niemals für andere Geld oder Kryptowerte über eure Konten oder Wollets laufen.
00:09:32: Geldesel sollte es wirklich nur in Märchen geben, werdet also nicht selbst zu einem!
00:09:38: Wenn euch die Folge gefallen hat dann bewertet sie gerne.
00:09:41: das hilft anderen unseren Podcasts zu finden Oder teilt Sie auch mit euren Freundinnen und Freunden.
00:09:47: Viele weitere Informationen findet ihr auf unserem Blog unter redenüber geltpunktfma.gv.at Und auch auf unserem Insta-Kanal reden wir über Geld.
00:09:58: Bis bald wieder bei unserem Podcast und bis dahin alles Gute, und redet über Geld!
00:10:07: Das war Cash & Crime – echte Finanzbedrucksfälle aus erster Hand.
00:10:12: Für noch mehr spannende Infos und Tipps rund um das Thema Finanzen besucht unseren Blog unter redenwirübergeld.fma.gv.at sowie das Finanzabc auf der FMA Webseite.
00:10:25: Gerne könnt ihr uns auch auf unserem Instagram-Channel oder dem LinkedIn-Account der FMA folgen.
00:10:30: Damit ihr zu dem keine Folge mehr verpasst, abonniert unseren Podcast auf der Plattform Eurer Wahl!
00:10:35: Bis zum nächsten Mal wenn es wieder heißt reden wir über Geld.
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